Sängerbund Eintracht Adelmannsfelden e.V.
 
 

Über uns

 

Vorstände:

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Charly Wohlers

Musik und Organisation: Stefan Zieker

Finanzen und Verwaltung: Felix Halm

Feste und Feiern: Andreas Schmid

Marketing und Dokumentation: Bernd Kreuzer

Beiräte:

Roland Riek, Stefanie Riek, Carmen Bäuerle, Jutta Berroth, Renate Jungkunst, Sandra Kiesel-Angstenberger, Lea Vogt, Jacqueline Zieker, Svenja Zieker

Chorleiter:

Peter Waldenmaier

Notenwart:

Petra Hutter

Kassenprüfer:

Ulrike Schmid, Petra Hutter



 



Die Geschichte des Vereins (von Karl Wohlers)



Im Jahr 2018 ist es 163 Jahre her, dass einige Bürger von Adelmannsfelden einen Ausflug auf den Altenberg machten. Dort wurden sie durch einen „erhebenden“ Gesang des Liederkranzes Untergröningen überrascht, so dass sie aus Begeisterung darüber den Entschluss fassten, auch in der Gemeinde Adelmannsfelden einen Gesangverein zu gründen. Die Jugend des Dorfes war seit langem als singfreudig bekannt und so mancher Bürger hatte bei frohen Anlässen „herrliche Gesangstalente“ (so der Chronist) an den Tag gelegt. Ohne Säumen wurde darum der Vorsatz der Vereinsgründung unter dem Namen „Liederkranz“ zur Durchführung gebracht. Den Vorsitz übernahm Schultheiß Gaißer, den Posten des ersten „Gesangsdirektors“ der Schulamtsverweser Fischer aus Haid. Unter den Gründern finden wir in der Vereinschronik so manchen bekannten Namen wie Kaufmann Egelhaaf, Gemeinderat Wemmer, Werkmeister Schwarz, Lammwirt Hofmann, Gerber Sturm, Bauer Bernlöhr, Schlosser Schock, Christian Bühler, Georg Kurz, Karl Rieker, Georg Schmid, Johannes Berroth.



Am 10. November 1859, dem 100. Geburtstag Friedrich Schillers, wurde auf Kosten der Liederkranzkasse die „Schillerlinde“ in unserem Dorf gepflanzt. Von 1863 bis 1868 machte der Liederkranz eine Krisenzeit durch. Die Krise wurde erst 1869 beendet, als die Schullehrer Hörle und Lang den Verein wieder auf die Beine brachten. Bald aber störte der Krieg 1870/71 erneut die geordnete Arbeit. Erst ab Oktober 1871 wuchs die Sängerzahl wieder erfreulich und verjüngte sich merklich. Im Jahr 1872 trat der Liederkranz dem Schwäbischen Sängerbund, heute Schwäbischer Chorverband, bei.
Durch freiwillige Spenden der Mitglieder und Sammlungen konnten die Gelder zur Beschaffung einer Vereinsfahne zusammengetragen werden. Den Löwenanteil stiftete die gräfliche Familie von Adelmann, die seit Bestehen des Vereins immer fördernd an seiner Seite stand. Am 20. September 1874 fand die Fahnenweihe „bei prächtigem Wetter, schönster Bekränzung, Ausschmückung und Beflaggung der Häuser und einer großen Volksmenge, auch aus der Umgegend“ statt.



Im Jahr 1905 wurde im Ort ein zweiter Gesangverein gegründet, der sich den Namen „Gesangverein Eintracht“ gab und 1908 seine Fahnenweihe durchführte. Im Jahre 1911 zählte dieser Verein 30 Sänger und 27 fördernde Mitglieder. Während des ersten Weltkrieges wurden die Aktivitäten der Vereine immer weniger. Im Jahr 1919 vereinigten sich die am Ort bestehenden beiden Gesangvereine zu einem Verein unter dem Namen „Sängerbund Eintracht“, den der Chor heute noch führt. 1921 kaufte der Verein ein gebrauchtes Tafelklavier für 150. 000 Reichsmark (inflationsbedingt).



In den Zwanzigerjahren wanderte eine beträchtliche Anzahl von Adelmannsfeldern nach Amerika aus. Der Verein sang sich bei ihnen allen zum Abschied so eindringlich in die Herzen, dass sie sich nach jahrzehntelanger Abwesenheit bei ihrem Besuch in der Heimat noch bestens daran erinnerten. Bei Hochzeiten, Jubiläen, bei kirchlichen und weltlichen Feiern, bei Kreisliederfesten und zum letzten Geleit von verstorbenen Sängern wirkte der Verein in der Folgezeit mit, bis der Zweite Weltkrieg die Aktivitäten unterbrach. Von 1939 bis 1948 fanden leider keine Singstunden statt, nachdem der Krieg auch große Lücken in die Reihen der Sänger gerissen hatte. Erst 1948 fanden sich die Sänger unter dem Vorstand Friedrich Stadelmayer wieder zusammen.
Im Jahr 1955 konnte das 100-jährige Jubiläum festlich gefeiert werden. Ein weiterer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte war die Verleihung der Zelter-Plakette im Dezember 1962. Um den allgemeinen Schwund der aktiven Sänger zu begegnen, versuchte 1960 der neue Chorleiter Fritz Scheu einen gemischten Chor ins Leben zu rufen. Leider erlahmte bereits 1964 das Interesse der Damen, so dass das Vorhaben wieder aufgegeben werden musste.



Fritz Scheu ließ jedoch nicht locker und gründete 1969 einen Jugendchor mit dem Gedanken, die Jugend für den Gesang zu begeistern und dadurch den Nachwuchs für den Verein zu gewährleisten. Und tatsächlich: bereits 1979 konnte der Jugendchor sein 10-jähriges Bestehen feiern. Durch Fritz Scheu inszeniert, wurde eine musikalische Show unter dem Motto „Eine Reise um die Welt“ mit überwältigendem Beifall in der Turn- und Festhalle aufgeführt.



Friedrich Stadelmayer Senior , der den Sängerbund Eintracht e. V.  23 Jahre geleitet hatte, gab 1972 den Vorsitz ab und wurde in Würdigung seiner großen Verdienste zum Ehrenvorstand ernannt. So übte Schulleiter Fritz Scheu im Zeitraum von 1972 bis 1977 eine Doppelfunktion als Chorleiter und gleichzeitig als 1. Vorsitzender im Verein aus. 1980 durfte der Sängerbund Eintracht sein 125-jähriges Jubiläum feiern. Damals zählte der Chor 32 aktive Sänger, 28 Mitglieder im Jugendchor, 83 passive Mitglieder und 7 Ehrenmitglieder. Leider war dieses Jubiläum zugleich auch Abschied von Chorleiter Fritz Scheu. Nach 20-jährigem erfolgreichem Wirken wurde er in Würdigung seiner Verdienste zum Ehrenchorleiter ernannt.



Mit Werner Kutscherauer wurde 1977 ein hochqualifizierter Chorleiter gewonnen. Mit  Werbung konnte man den Männerchor durch die Integration des Jugendchors in einen gemischten Chor umwandeln und somit namhaft verstärken. Durch intensive und fruchtbare Probenarbeit mit anspruchsvoller Literatur konnte der hochmotivierte Chor beim Chorwettbewerb in Esslingen am Neckar im Oktober 1991 unter Vorstand Hansjörg Schwarz den Titel „Konzertchor“ ersingen und einen guten Ruf unter den Sängervereinigungen erwerben.
Gleichzeitig wurde in diesen Jahren so wie bereits in der Vergangenheit das Laienspiel von den Sängerinnen und Sängern bzw. Mitgliedern weiter gepflegt. Hatte man in den früheren Jahren den Saal im Gasthof Lamm zur Inszenierung genutzt, stand nunmehr die geräumige Bühne der Turn- und Festhalle zur Verfügung. Mit Stücken wie „Der zerbrochene Krug“ von Kleist oder „Kleider machen Leute“ von Goldoni sowie „Der Diener zweier Herren“ u. a. zeigten die Laienschauspieler, oftmals unter Regie von Fritz Scheu, ihr schauspielerisches Talent.



Im Jahr 1987 wurde eine Idee in einer Vorstands- und Beiratssitzung, in die Tat umgesetzt: Mit dem Aufstellen eines Maibaums und eines Zeltes im Dreispitz vor der damaligen Turn- und Festhalle begann die Tradition des Maifestes, das bis heute am Vorabend bei köstlichem Hitzkuchen mit einer Hocketse eröffnet wird und am 1.-Mai-Feiertag mit Frühschoppen, Mittagessen und musikalische Unterhaltung durch den Musikverein Adelmannsfelden sowie durch Vorträge des Kinderchors seine Fortsetzung findet. Bei Kaffee und Kuchen klingt das Fest  aus.



Nach der Aufgabe seines Chorleiteramtes im Jahr 1996 wurde es für den Verein nicht leicht, einen geeigneten Nachfolger für den hervorragenden Werner Kutscherauer zu finden. Doch wieder war das Glück auf der Seite des Vereins: 1997 übernahm Walter Johannes Beck das Dirigentenamt, ein exzellenter und hochqualifizierter Kirchenmusiker. Er verstand es meisterhaft, den leistungsfähigen und hochmotivierten Chor immer wieder zu beachtlichen Erfolgen zu führen. Als Lohn konnte der Sängerbund Eintracht im Jahr 2000 unter Vorstand  Bernd Kreuzer das Prädikat „Meisterchor“ beim Chorwettbewerb des Schwäbischen Sängerbundes in Esslingen erringen.
In diesen Jahren wurde auch ein bestehender Kinderchor, der vom damaligen Lehrer Hans-Ulrich Sinz gegründet wurde, in den Sängerbund eingegliedert und erfolgreich weitergeführt. Aus diesem Kinderchor entwickelte sich im Laufe der Jahre unter der Leitung von Frau Claudia Boy-Bittner der Jugendchor „Young Voices“. Er existiert noch heute als kleiner, aber feiner Chor, der sowohl selbständig als auch zusammen mit dem gemischten Chor auftritt und sich immer wieder durch hervorragende Darbietungen  in die Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer singt.



Weitere Höhepunkte in diesen Jahren waren das Chorfest des Schwäbischen Sängerbundes 1999 in Ulm, die Deutschen Sängerfeste 1992 in Köln sowie im Jahr 2003 in Berlin, die alle Teilnehmer noch heute in guter Erinnerung haben. Auf Norbert Kipf, der 1991 zum Ehrenvorstand ernannt wurde, folgte Hansjörg Schwarz und anschließend übernahm Bernd Kreuzer drei Jahre lang die Nachfolge des Vorsitzenden. Im Jahr 2001 wurde Karl Wohlers zum 1. Vorsitzender gewählt.



Im Jahr 2003  gingen der Chor und Walter Johannes Beck dann getrennte Wege. Frau Claudia Boy-Bittner, die Leiterin des Kinderchors, konnte als überaus würdige und hervorragende Nachfolgerin für den Gesamtchor gewonnen werden.

Mit Geschick leitete Karl Wohlers im Jahr des 150. Geburtstags im Jahr 2005 den Verein. Vier musikalische Höhepunkte prägten unter der Leitung von Claudia Boy-Bittner das Jubiläumsjahr: Ende April/Anfang Mai ein Festkonzert in der Otto-Ulmer-Halle sowie ein Gästesingen im Schulhof der Grundschule, im Oktober ein Konzert der Jungen Chöre in der Otto-Ulmer-Halle sowie ein geistliches Kirchenkonzert im Dezember in der Nikolauskirche Adelmannsfelden. Am 18. Juni 2005 wurde dem Verein in Ladenburg durch das Kultusministerium einer Abordnung des Sängerbund Eintracht in Anerkennung für 150 Jahre aktiver Leistung und Begeisterung für den Chorgesang die Conradin-Kreutzer-Tafel überreicht.



















Jubelverein 2005: Chorleiterin Claudia Boy-Bittner, Gemischter Chor, Young Voices sowie Kinderchor


In den Folgejahren nahm der Chor auch an vielen Konzerten von benachbarten Gesangvereinen teil und veranstaltete selbst weitere Konzerte in der Otto-Ulmer-Halle. Seit vielen Jahren umrahmt der Sängerbund Eintracht jährlich auch die feierliche Messe zum Patrozinium in der katholischen Kirche im Ottenhof sowie die Gedenkfeier aus Anlass des Volkstrauertags auf dem Friedhof in Adelmannsfelden.

Seit über zwei Jahrzehnten finden in der evangelischen Nikolauskirche mit ihrer eindrucksvollen Akustik alljährlich am 3. Advent festliche Adventskonzerte statt. Die Chöre des Sängerbundes Eintracht gestalten mit wechselnden musikalischen Gästen wie z. B. Posaunenchören, befreundeten Gesangvereinen, Gospelchören oder Blechbläserensembles gemeinsame Konzerte unter diversen Titeln. Den immer sehr zahlreichen Konzertbesuchern wird so in musikalischer Weise das Weihnachtsfest und damit die Ankunft des Herrn angekündigt. Aus Anlass der Kirchenrenovierung konnte der Verein im Rahmen eines Benefizkonzerts im Jahre 2014 einen namhaften

Spendenbetrag an die evangelische Kirchengemeinde überreichen.























Ein weiterer Höhepunkt in jüngster Zeit war der Auftritt des Sängerbundes bei der Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd am 25.09.2014. Mit fast 40 Sängerinnen und Sängern sowie vielen Gästen und Angehörigen  fuhren zwei Busse zum  „Ostalbvesper“. Unter dem Leitmotiv „Adelmannsfelden macht Musik“ traten nach einem interessanten Schautag abwechselnd der Musikverein Adelmannsfelden und der Gesangverein Sängerbund Eintracht in einem Bühnenprogramm erfolgreich auf.

Bei vielen weiteren Festen und diversen Veranstaltungen wie z. B. Straßenfesten, Adventsmarkt oder Jubiläen anderer Vereine bringt sich der Sängerbund Eintracht mit seinen Sängerinnen und Sängern sowohl musikalisch als auch durch seine Arbeitskraft aktiv und nachhaltig ein. Als Nachfolger der sehr erfolgreichen und rührigen Chorleiterin Claudia Boy-Bittner konnte 2015  Chorleiter Bernd Büttner, leider nur für ein Jahr, gewonnen werden. Seit 2016 war Carsten Weber der musikalische Leiter von „Gemischtem Chor“ und „Young Voices“. Peter Waldenmaier leitet seit 2017 sehr erfolgreich beide Chöre. Als Vizechorleiter konnte erfreulicherweise das Vereins- und Vorstandsmitglied Stefan Zieker gewonnen werden. Von 2006 bis 2011 stand  Roland Riek als 1. Vorsitzender erfolgreich dem Verein vor. Anschließend übernahm Karl Wohlers nochmals für 3 Jahre das Amt. Seit 2016 wird der Verein von einer Vorstandgruppe, die aus vier Vorständen besteht, geleitet.

So nimmt der Verein seine Verpflichtungen, sei es bei erfreulichen oder traurigen Anlässen oder bei Gedenkfeiern im Sinne seiner langjährigen Tradition wahr und trägt seit über 160 Jahren seines wechselvollen Bestehens in guten und in schwierigen Zeiten seinen solidarischen Teil zum harmonischen Gemeindeleben bei. Die Pflege und Wahrung des Chorgesangs mit alter und neuer, teils moderner und zeitgenössischer Chorliteratur, die Geselligkeit und die Kameradschaft war und ist für alle Sängerinnen und Sänger, für alle Mitglieder, für Chorleiter und jeweiliger Vorstandschaft  Verpflichtung und dankbares Erbe zugleich. Damit leistet der Sängerbund Eintracht Adelmannsfelden e. V. einen wertvollen Beitrag zum kulturellen und gesellschaftlichen Leben in der Gemeinde sowie in der regionalen und überregionalen Gemeinschaft.



Sängerwaldbund

Eine Besonderheit in der Geschichte der umliegenden Gesangvereine stellt der Sängerwaldbund dar. Im Jahr 1949 reifte die Idee, aus der Betroffenheit und dem Schatten der jüngsten Vergangenheit herauszutreten und in eine hoffnungsvollere Zukunft zu blicken. Im „Finkenhauswald“ trafen sich zu jener Zeit die Gesangvereine Adelmannsfelden und Pommertsweiler zu einer ersten erbaulichen Sangesbegegnung. In dieser historischen Stunde wurde der Sängerwaldbund aus der Taufe gehoben und mit Geist und Leben erfüllt.

Die Kraft dieser Idee war gewaltig. Der Wunsch, zur Pflege des Chorgesangs und der kameradschaftlichen Verbundenheit die umliegenden Gesangvereine zu einem starken Bund zusammenzuschließen, stieß auf ein dankbares und lebhaftes Echo. Zügig wurden die Gesangvereine Bronnen, Gaishardt, Neuler und Ramsenstrut mit großer Sympathie in die neugegründete Waldbundbewegung  aufgenommen. So wurde der „Sängerwaldbund“ rasch für eine breite Öffentlichkeit bekannt. Jedes Jahr wurde nunmehr in einem der Mitgliedsvereine ein Sängerwaldbundfest abgehalten, bei dem alle sechs Chöre in Umzügen und gesanglichen Darbietungen mitwirkten. Die Sängerinnen und Sänger verstanden es jahrzehntelang, mit großem Eifer und in beispielhafter Weise einen kulturellen Akzent zum Wohle des Chorgesangs sowie der Nachbarschaftspflege zu setzen.
1989 konnte der Sängerwaldbund hier in Adelmannsfelden sein 40-jähriges Jubiläum feiern. Zwei Persönlichkeiten vom Sängerbund Eintracht haben sich neben vielen weiteren Sängerkameraden aus den  Mitgliedsvereinen auch im Sängerwaldbund mit großer Tatkraft als jahrelange Vorsitzende eingebracht: Die  später zu Ehrenvorsitzenden des Waldbundes ernannten Sängerkameraden Friedrich Stadelmayer Sen. (+) sowie Norbert Kipf. In der Vorstandschaft waren seinerzeit u. a. auch Hansjörg Schwarz und Karl Wohlers tätig. Derzeit ruhen die Aktivitäten des Sängerwaldbundes.